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Offene Gespräche über Sterben, Tod und Trauer

Projektwoche der Otto-Hahn-Realschule führt zum DRK-Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“

Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben – und dennoch werden diese Themen in unserer Gesellschaft häufig ausgeblendet. Umso bemerkenswerter war das Engagement einer Schüler*innengruppe der Otto-Hahn-Realschule, die sich im Rahmen ihrer Projektwoche ganz bewusst dafür entschied, sich mit genau diesen Fragen auseinanderzusetzen. Mit großem Engagement ermöglichten die Lehrerinnen Nadine Lübke und Julia Hanses ihren Schüler*innen diesen besonderen Zugang und boten einen geschützten Raum für ehrliche Gespräche. 

Nach einem Besuch im Bestattungshaus Jochen König führte der zweite Projekttag die Jugendlichen in das Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ des Instituts Dellanima und des DRK-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. Unter der Leitung von Trauerbegleiterin Stephanie Witt-Loers erhielten sie einen Einblick in die Begleitung trauernder Kinder, Jugendlicher und Familien und setzten sich intensiv mit den Themen Verlust, Abschied und Trauer auseinander.

Für einige der Jugendlichen war das Thema nicht nur theoretisch. Der Tod einer Mitschülerin, die im vergangenen Jahr bei dem tragischen Unfall in Kürten ums Leben kam, ist vielen bis heute sehr präsent. Umso wichtiger war es, Fragen stellen zu dürfen, Unsicherheiten abzubauen und offen über persönliche Erfahrungen und Gefühle zu sprechen.

Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Erkenntnis, dass Wissen entlastet. Wer versteht, was nach einem Todesfall geschieht, wie Bestattungen ablaufen und wie unterschiedlich Menschen trauern, kann Ängste abbauen und Betroffene besser verstehen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten dabei großen Mut und beeindruckende Offenheit. Sie sprachen über Themen, die für viele Erwachsene noch immer mit Unsicherheit oder Sprachlosigkeit verbunden sind.

Der Besuch machte eindrucksvoll deutlich: Tod und Trauer dürfen keine Tabuthemen sein. Wer lernt, darüber zu sprechen, gewinnt Sicherheit, Mitgefühl und die Fähigkeit, anderen in schweren Zeiten beizustehen. Ein ehrlicher Dialog über das Lebensende ist zugleich ein wichtiger Beitrag für ein menschliches Miteinander.

Das Kooperationsprojekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ begleitet seit 2012 in Zusammenarbeit mit dem Institut Dellanima trauernde Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Neben professioneller Trauerbegleitung gehören auch Beratungsangebote sowie Schulungen und Begleitungen für Kindertagesstätten und Schulen zum Angebot. Ziel ist es, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Gefühle ausdrücken, Fragen stellen und erfahren können, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind. Alle Angebote sind für Betroffene kostenfrei und werden ausschließlich durch Spenden finanziert.

Gerade die Zusammenarbeit mit Schulen gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Kinder und Jugendliche erleben Tod und Trauer häufig im unmittelbaren Umfeld – sei es durch den Verlust von Angehörigen, Freundinnen und Freunden oder Mitschülerinnen und Mitschülern. Ein offener und fachlich begleiteter Umgang mit diesen Erfahrungen stärkt ihre Handlungskompetenz und hilft ihnen, auch in akuten Krisensituationen sprachfähig zu bleiben.