Im Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ des DRK-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis e.V. in Kooperation mit dem Institut Dellanima stehen die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Familien nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen im Mittelpunkt. Zwei besondere Aktionen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und wertvoll Trauerbegleitung sein kann.
Ein besonders berührendes Erlebnis war die Schmuckwerkstatt für eine der Kindergruppen- sowie die Jugendgruppe. Zu Gast war erneut die Goldschmiedin Verena Heider, eine langjährige Unterstützerin des Projektes, die selbst den frühen Tod ihres Vaters erlebt hat. Dank der Förderung durch die Deckert-Stiftung konnten die trauernden Kinder und Jugendlichen ganz persönliche Erinnerungsstücke gestalten und dabei ihre eigenen Ideen verwirklichen.
Aus kleinen, oft unscheinbaren Erinnerungsstücken entstanden individuelle Schmuckstücke mit großer Bedeutung: Der Glückscent des verstorbenen Papas, das Band eines Sweatshirts, Fotos, Haare, Asche, bemalte Steine, ein Knopf oder ein kleines Stück Stoff fanden einen neuen Platz und wurden zu wertvollen Begleitern im Alltag. Die Kinder und Jugendlichen konnten auf kreative Weise ihrer Verbundenheit Ausdruck verleihen und erleben, dass Erinnerungen Trost spenden und weitergetragen werden können.
Auch die andere Kindertrauergruppe durfte in der vergangenen Woche eine außergewöhnliche Erfahrung machen. Gemeinsam mit Erste-Hilfe-Ausbilder Marc Buchmann beschäftigten sich die Kinder spielerisch und altersgerecht mit dem Thema Erste Hilfe. Dabei lernten sie, wie sie in Notsituationen helfen können, und erhielten spannende Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes.
Ein besonderes Highlight war die Besichtigung eines Rettungswagens. Die Kinder konnten das Fahrzeug erkunden, medizinische Geräte kennenlernen und vor allem die Fragen stellen, die sie schon lange beschäftigt hatten. Gerade für Kinder, die den Verlust eines nahestehenden Menschen erlebt haben, ist das Rettungswesen häufig mit belastenden Erinnerungen verbunden. Umso wichtiger war es, Ängste abzubauen, Vertrauen zu schaffen und Wissen zu vermitteln. Mit großer Neugier und Offenheit nutzten die Kinder die Gelegenheit, hinter die Kulissen des Rettungsdienstes zu schauen und neue, positive Erfahrungen zu sammeln.
Beide Aktionen verdeutlichen auf unterschiedliche Weise die Ziele des Projektes „Leben mit dem Tod“: Trauernden Kindern und Jugendlichen Räume zu eröffnen, in denen sie ihre Gefühle ausdrücken, Erinnerungen bewahren, Fragen stellen und neue Stärke entwickeln können. Ob durch kreatives Gestalten oder durch das Kennenlernen bislang belasteter Themen – die Kinder erfahren, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein sind und dass es Wege gibt, Verlust in das eigene Leben zu integrieren. Diese Erfahrungen stärken Selbstvertrauen, fördern Resilienz und helfen dabei, mit den Herausforderungen der Trauer einen eigenen, hoffnungsvollen Umgang zu finden.