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Graffiti-Workshop für 35 trauernde Kinder und Jugendliche

„Bürger für uns Pänz“ unterstützt erneut die Trauerarbeit

Was Worte manchmal nicht ausdrücken können, findet auf einer Leinwand seinen Platz: Bereits zum 11. Mal konnten rund 35 trauernde Kinder und Jugendliche im Rahmen des Projekts „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ ihre Gefühle, Erinnerungen und Gedanken mit Graffiti sichtbar machen. Dank der erneuten Unterstützung durch „Bürger für uns Pänz“ konnte der besondere Workshop auch in diesem Jahr in diesem Umfang stattfinden. Das Gymnasium Herkenrath stellte dafür wieder seinen Schulhof zur Verfügung.

Die sechs- bis 17-jährigen Kinder und Jugendlichen haben einen nahestehenden Menschen durch Krankheit, Unfall oder Suizid verloren. Unter der Anleitung des Künstlers und Pädagogen Ben Niklas lernten sie verschiedene Spray-Techniken kennen und gestalteten ihre eigenen Leinwände. Dabei entstanden ganz persönliche Kunstwerke, in denen Erinnerungen, Sehnsüchte und die Verbundenheit zu den verstorbenen Menschen sichtbar wurden.

Gut ausgestattet mit Schutzmasken, Brillen und Handschuhen gingen die die angehenden Graffiti-Künstle ans Werk gehen. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützten die beiden Workshop-Tage und sorgten gemeinsam mit den Trauerbegleiterinnen dafür, dass die Kinder und Jugendlichen in einer geschützten und zugleich kreativen Atmosphäre arbeiten konnten.

Auf den Leinwänden spiegelten sich ganz unterschiedliche Erinnerungen und persönliche Geschichten wider. Die Fußballleidenschaft eines verstorbenen Vaters wurde ebenso zum Motiv wie die Namen der Verstorbenen. Schmetterlinge und Herzen standen für Liebe, Verbundenheit und Veränderung. Andere Kinder brachten ihre Wünsche und Gedanken mit Worten zum Ausdruck – etwa mit „Believe in you“ oder „Dream on“.

„Beim Graffiti-Workshop dürfen die Kinder und Jugendlichen zeigen, was in ihnen steckt. Sie können ihrer Trauer, ihren Erinnerungen und auch ihren Hoffnungen eine ganz eigene Form geben“, erklärt Trauerbegleiterin und Autorin Stephanie Witt-Loers. „Dabei ist es immer wieder berührend zu sehen, wie unterschiedlich die Bilder werden und wie viel von der persönlichen Beziehung zum verstorbenen Menschen darin steckt.“

Neben der kreativen Arbeit ist vor allem die Gemeinschaft ein wichtiger Bestandteil des Workshops. Es wurde gesprüht, gelacht, geweint und gemeinsam gegessen. Beim Austausch über die entstandenen Kunstwerke erlebten die Kinder und Jugendlichen, dass sie mit ihren Erfahrungen und ihrem Vermissen nicht allein sind.

Begleitet wurden die beiden Tage von qualifizierten Trauerbegleiterinnen mit multiprofessionellem Hintergrund sowie Jugendlichen, die selbst nach einem Verlust im Projekt „Leben mit dem Tod“ Unterstützung gefunden haben. Auch zahlreiche Ehrenamtliche engagierten sich und trugen zum Gelingen des Workshops bei.

„Das Besondere an diesen Tagen ist für mich, dass die Kinder nicht nur kreativ werden, sondern auch Gemeinschaft erleben“, so Stephanie Witt-Loers. „Zu erfahren, dass andere ebenfalls einen geliebten Menschen verloren haben und mit der Trauer, dem Vermissen und den Veränderungen im Alltag leben müssen, kann unglaublich entlastend sein. Gleichzeitig entstehen Begegnungen, die Mut machen und verbinden.“

Der Graffiti-Workshop ist mittlerweile zu einer festen und von den Kindern und Jugendlichen mit großer Begeisterung erwarteten Tradition im Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ geworden. Die entstandenen Bilder sind dabei weit mehr als bunte Kunstwerke: Sie erzählen von Liebe, Erinnerung, Verlust und der ganz persönlichen Verbindung zu einem Menschen, der nicht mehr da ist.