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Dem Licht entgegen: Ein Abend voller Musik, Erinnerung und Verbundenheit

Benefizabend schenkt Raum für Trauer, Trost und Zuversicht

Trauer braucht Raum. Raum für Erinnerungen, für Tränen, für gemeinsame Momente und für die Gewissheit, mit dem eigenen Verlust nicht allein zu sein. Wie wertvoll solche Begegnungen sein können, zeigte der zweite Benefizabend „Trauerexpressionen II – Dem Licht entgegen“, der am vergangenen Sonntag in den Räumlichkeiten des Bestattungshauses Jochen König in Bergisch Gladbach stattfand. Vor ausverkauftem Haus erlebten die Gäste einen bewegenden Abend, der Musik, Gesang und Fotografie auf besondere Weise miteinander verband. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Verantwortlichen des Projektes „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“.

Bereits am Eingang wartete auf jeden Gast ein Herbstblatt. Darauf konnten die Besucherinnen und Besucher den Namen eines verstorbenen Menschen schreiben. Ein bewusst gewähltes Zeichen, denn Namen und Erinnerungen finden im Alltag von Trauernden häufig zu wenig Platz. An diesem Abend sollten sie sichtbar werden und einen besonderen Platz bekommen.

Unter dem Titel „Dem Licht entgegen“ näherten sich die drei Künstler Joséphine Pilars de Pilar (Gesang), Jan Weigelt (Klavier) und Siegward Schmitz (Fotografie) den unterschiedlichen Facetten von Trauer. Mit einem musikalischen Bogen von bekannten Popballaden über Gospel und Musical bis hin zu klassischen Liedern berührten Joséphine Pilars de Pilar und Jan Weigelt das Publikum. Vertraute Melodien luden zum Erinnern, Mitsummen und Mitsingen ein, andere Stücke schufen Momente des Innehaltens. Die Fotografien von Siegward Schmitz erzählten auf ihre eigene Weise von Menschen, Orten und den Spuren des Lebens.

So entstand eine besondere Atmosphäre, in der sowohl Tränen der Rührung als auch gemeinsames Lachen ihren Platz hatten. Innige Umarmungen, persönliche Begegnungen und ein anschließender intensiver Austausch machten deutlich, wie wichtig Gemeinschaft in Zeiten der Trauer ist.

„In Gemeinschaft Leid zu teilen, kann das Leid nicht beseitigen, aber es kann trösten“, sagte Stephanie Witt-Loers, Trauerbegleiterin, Projektleiterin und Organisatorin des Abends, in ihrer Begrüßung. „Wir können Tod und Trauer nicht verhindern. Dennoch sind wir nicht ohnmächtig und hilflos, denn wir können einen bestmöglichen Umgang damit finden. Es wird nie wieder wie zuvor – es kann anders gut werden.“ Dabei gehe es auch darum, die bleibende Verbindung zu verstorbenen Menschen anzuerkennen, statt ausschließlich vom Loslassen zu sprechen.

Zum Ausklang waren die Gäste eingeladen, bei Getränken und Fingerfood miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über das Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ sowie die Arbeit des Vereins Himmel un Ääd e.V. sowie zu informieren. Diese Übernahmen an diesem Abend das Catering. 

Ein besonderer Dank galt den drei Künstlern, dem Bestattungshaus Jochen König und seinem Team sowie den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von Himmel un Ääd e.V. Auch die Unterstützung durch Martin Albrecht von der Tischlerei Albrecht, der den Begrüßungssekt spendete, trug zum Gelingen des Abends bei.

Benefizabend unterstützt trauernde Familien

Der Benefizabend fand in Kooperation des Instituts Dellanima, des DRK-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis e.V., des Vereins Himmel un Ääd e.V. und des Bestattungshauses Jochen König statt. Die Einnahmen kommen vollständig dem Projekt „Leben mit dem Tod – Trauernde Familien begleiten“ zugute. Seit vielen Jahren unterstützt das Projekt trauernde Kinder, Jugendliche und ihre Familien mit professioneller Begleitung, Beratung und kreativen Angeboten. Die Angebote sind für die Betroffenen kostenfrei und werden maßgeblich durch Spenden ermöglicht.

Der Abend hat einmal mehr gezeigt: Trauer darf sichtbar sein, Erinnerungen dürfen bleiben und auch nach schweren Verlusten können neue Perspektiven und Zuversicht entstehen. Oder, wie es das Leitmotiv des Abends auf den Punkt bringt: Es wird nie wieder wie zuvor – aber es kann anders gut werden.