Kontakt

Petra Jessee
(Einrichtungsleitung)
T: 02202-129620
F: 02202-189657
E: kindergarten[at]rhein-berg.drk[dot]de

 

Kita
Franz-Heider-Straße
Franz-Heider-Straße 58
51469 Berg. Gladbach 

Mototherapie

Der motopädischen Arbeit in unserer Einrichtung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass jedes Kind Akteur seiner eigenen Entwicklung ist. Fischer spricht in diesem Zusammenhang vom psychomotorischen Paradigma in der Frühförderung. Er vertritt die Auffassung, dass in dem Moment, in dem wir ein Kind als ein Akteur seiner Entwicklung verstehen, es sich um ein (bewegungs-) handelndes Subjekt und somit um einen psychomotorisch aktiven Menschen handelt.

In der motopädischen Arbeit in unserem Haus werden die Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf als aktive, handelnde Individuen angesehen. Sie werden unterstützt und angeleitet sich ihre Umwelt handelnd zu erschließen und ihren eigenen Bedürfnissen und Fähigkeiten entsprechend auf sie einzuwirken. Körper und Bewegung stehen im Zentrum der motopädischen Arbeit. Ziel aller pädagogischen und therapeutischen Bemühungen ist die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung. Das heißt mit an deren Worten: Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die Ganzheit der menschlichen Persönlichkeit, weil sie nicht nur die Verbesserung bestimmter motorischer Fertigkeiten eines Kindes in das Zentrum der Bemühungen stellt, sondern die Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit, als wesentliches Ziel und das selbst bestimmte Bewegungshandeln, als wesentliches Mittel einer solchen Intervention versteht.

In der mototherapeutischen Arbeit in unserer Kindertagesstätte wird Bewegung genutzt, um ganzheitliche Entwicklungsprozesse in Gang zu setzten, den Aufbau eines positiven Selbstbildes zu unterstützen und den Raum zu bieten, in dem Entwicklung für das Kind möglich, sinnvoll und lustvoll ist. Gleichsam versteht sich die motopädische Arbeit auch als Unterstützung weiterer Fördermaßnahmen, insbesondere der Sprachheiltherapie in unserem Haus. Ein regelmäßiger interdisziplinärer Austausch ermöglicht die Abstimmung der jeweiligen Interventionen, um optimale Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder zu schaffen.

Konkret werden die theoretischen Ansätze in unserer Einrichtung umgesetzt, indem den Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Regel zweimal in der Woche motopädische Förderung zuteil wird. Diese findet in der Anfangsphase, wenn das Kind aufgenommen wurde, meist zunächst in Einzeltherapie statt. Dies erleichtert die Kontaktaufnahme, den Bindungsaufbau und die diagnostische Sondierung zwischen Therapeutin und Kind. Im weiteren Verlauf findet die Förderung in Kleingruppen, meist 2 bis 4 Kindern statt, wobei die Zusammensetzung der Gruppe sich an der Überzeugung orientiert, dass das gemeinsame Erleben von Kindern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf ein gegenseitiges Lernen und Entwickeln fördert. Das Medium sind vielfältige und einfache Gerätearrangements, die die Kinder ansprechen und sie ermutigen, zu experimentieren und sich auf Neues einzulassen. Dadurch bekommen die Kinder Zugang zu ihren eigenen Entwicklungsressourcen und erweitern ihr individuelles Handlungsrepertoire.

Die Motopädie bietet den Kindern in der ihnen zu Verfügung stehenden Zeit aber auch den Raum, eigene Themen zu symbolisieren und über Phantasiespiele eigene Befindlichkeiten auszudrücken und zu verarbeiten. Die Bereitstellung unterschiedlicher Materialien (wie Kartons unterschiedlicher Größe, Kronkorken, Becher, Röhren und Teppichfliesen) regt die Kinder an, sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander zu setzen und ihre Körpererfahrung, Materialerfahrung und Sozialerfahrung zu erweitern